Rezension: Der erste Stein

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Carsten Jensen ist ein dänischer Schriftsteller und Professor für Kulturanalyse. Mit dem Roman „Wir Ertrunkenen“ gelang ihm 2006 der internationale Durchbruch. Im Rahmen der Arbeit an dem Roman „Der erste Stein“ verbrachte er 2009 zwei Wochen mit dänischen Soldaten in Afghanistan. 2013 führte ihn eine weitere Recherchereise in das Land.

„Der erste Stein“ ist 2015 in der dänischen Originalausgabe erschienen. Die deutschsprachige Ausgabe stammt von 2017 (Albrecht Knaus Verlag, 640 Seiten, Übersetzer Ulrich Sonnenberg).

Die Handlung spielt in einem Militärcamp in Helmand/Afghanistan. Ein dänischer Zug (24 Soldaten und 1 Soldatin) tritt den Einsatz dort hervorragend ausgebildet, hochmotiviert und abenteuerhungrig an. Während einer Patrouille kommen zwei Soldaten durch eine Landmine ums Leben, und damit setzt eine Spirale der Gewalt ein, die den Zug immer schneller in die Abgründe menschlichen Verhaltens reißt. Nach dem die Soldaten von ihrem Zugführer verraten werden, gerät die Situation endgültig außer Kontrolle, und die Grenzen von Gut und Böse verwischen vollends. Am Ende geht es für jeden Einzelnen nur noch um eins: Das nackte Überleben.

Carsten Jensens Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er schreibt schnörkellos und klar. Die Charaktere sind dreidimensional angelegt und sehr gut gezeichnet, der Handlungsaufbau ist spannend. Jensen hat mich vom ersten Satz an in seinen Bann gezogen und nicht wieder losgelassen.

„Der erste Stein“ ist kein Roman, der als Urlaubslektüre oder als leichte Unterhaltung geeignet ist. Unverblümt beschreibt Jensen die Grausamkeit des Krieges. Ich habe einige Male innehalten müssen, denn die Bilder, die Jensen im Kopf des Lesers erzeugt, sind oftmals nur schwer zu ertragen. Der Verlag schreibt im Klappentext: „Der neue Roman des Bestsellerautors Carsten Jensen stellt sich in die Tradition der großen Antikriegsromane und -filme (Im Westen nichts Neues, Apocalypse Now) und zeigt uns die Sinnlosigkeit militärischer Auseinandersetzungen. Ein großes Epos über Menschen in den Fängen des Krieges und über Freundschaft, Liebe, Verrat und den Tod.“ Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

Meine Wertung: 5 von 5 Punkten.

 

 

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