Rezension: Beton Rouge

indexSimone Buchholz ist eine deutsche Schriftstellerin. 2009 erschien ihr erster Kriminalroman „Revolverherz“ mit Chastity Riley als Hauptfigur. „Beton Rouge“ ist der siebte Band dieser Reihe. Simone Buchholz wurde unter anderem mit dem Crime Cologne-Award 2016, dem Deutschen Krimipreis 2017 und dem Radio Bremen-Krimipreis 2017 ausgezeichnet. Weiterhin belegte sie vorderste Plätze auf der Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

„Beton Rouge“ ist 2017 in der deutschen Originalausgabe erschienen (Suhrkamp Verlag, 228 Seiten).

Die Handlung des Romans spielt in Hamburg. Die Staatsanwältin Chastity Riley kommt zufällig an einem Unfallort vorbei. Eine junge Frau wurde überfahren, der Täter ist flüchtig. Während der Tod der Radfahrerin Chas Riley nicht loslässt, wird sie mit einem kuriosen Fall konfrontiert: Vor dem Gebäude eines großen Zeitschriftenverlages wird der Chef der Personalabteilung nackt, bewusstlos und misshandelt in einem Käfig vorgeführt. Drei Tage später steht der nächste Käfig vor dem Verlag – diesmal mit dem Geschäftsführer als Opfer. Aufgrund des harten Führungskurses der Geschäftsleitung vermuten Chas Riley und Stepanovic, ihr neuer Kollegen vom Landeskriminalamt Hamburg, einen Racheakt der Verlagsmitarbeiter. Im Laufe der Ermittlungen erhärtet sich der Verdacht, dass die Auflösung des Falles weit zurück in die Vergangenheit reichen könnte. Diese Spur führt Riley und Stepanovic zu einem Internat im bayerischen Biesendorf.

„Beton Rouge“ ist zweifellos etwas Besonderes. Dabei liegt die Betonung aber nicht auf einer außergewöhnlich spannenden Handlung, sondern auf dem unverwechselbaren Schreibstil der Autorin Simone Buchholz. Der Text ist geprägt von einer düsteren, melancholischen Grundstimmung, die von der Hauptfigur Chas Riley ausgeht. Die kettenrauchende und (offensichtlich) alkoholkranke Staatsanwältin steht an einem Scheideweg, denn alte Freundschaften, die ihr bisher Halt gaben, scheinen plötzlich wegzubrechen. Beispielhaft für die sehr eigene und mutige Sprache von Simone Buchholz steht für mich der erste Satz des Buches: „Der Regen stellt Wände in die Nacht. Wie Spiegel fallen sie vom Himmel, reflektieren das Blaulicht des Streifenwagens.“

Leider hatte ich beim Lesen von „Beton Rouge“ zunehmend das Gefühl, dass der Schwerpunkt auf der besonderen Sprache des Buches lag, nicht aber auf der Handlung. Von einem Kriminalroman erwarte ich, dass die Story selbst im Laufe des Buches so viel Spannung entwickelt, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen möchte. Das war hier nicht der Fall. Dennoch haben mir die großartigen Sprachbilder, die Simone Buchholz entwickelt, sehr gefallen.

Während ich für die eigenwillige, poetische Sprache gerne weit mehr als die volle Punktzahl vergeben hätte, kann ich die Handlung selbst nur mit 3 Punkten bewerten. Im Ergebnis verbleiben 4 Punkte.

 

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